Jan Sonntag / Start - Alte Wache Sonntag

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Jan Sonntag

Ich liebe die Kunst, aber nicht die utopische, sondern die,
die aus der Welt geboren ist. Jeder Grünkohl oder Rotkohl
ist doch an sich ein Kunstwerk.
(Erna Riedel, Schneiderin, 92 Jahre)

Prof. Dr. sc. mus. Jan Sonntag - zu meiner Person:
1973 in Kassel geboren, studierte ich an der Gesamthochschule Kassel (Sozialwesen), an der Fachhochschule Heidelberg (Musiktherapie) sowie ander Hochschule für Musik und Theater Hamburg (Promotionsstudium Musiktherapie). Mit meiner Frau und meinen drei Kindern lebe ich in einer alten Polizeiwache in Hamburg-Eimsbüttel.

Als Therapeut, Forscher, Berater, Dozent und Autor arbeite ich seit 1999 schwerpunktmäßig im Bereich Demenz. Neben der musiktherapeutischen Tätigkeit in mehreren Hamburger Pflegeeinrichtungen habe ich maßgeblich zur organisatorischen und konzeptionellen Entwicklung der Musiktherapie bei Demenzen in Hamburg und darüber hinaus beigetragen.

Ich lehre an Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen und berate Pflegeinstitutionen, darunter ausgewiesene Vorbildeinrichtungen, bin Mitglied der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung (DED), Autor des Buches »Demenz und Atmosphäre. Musiktherapie als ästhetische Arbeit«, Mitautor des Grundlagenwerks »Musik – Demenz – Begegnung. Musiktherapie für Menschen mit Demenz« und Redakteur der Musiktherapeutischen Umschau. Gemeinsam mit meiner Frau Judith Sonntag führe ich die Praxis »Alte Wache« in Hamburg.

Mein besonderes Interesse für praxisnahe Forschung und Lehre sowie intermediale künstlerische Arbeit in sozialen Berufen führte mich 2013 an die MSH Medical School Hamburg. Als Professor für Musiktherapie bin ich dort Mitglied des Departments für Kunst, Gesellschaft und Gesundheit sowie des International Institute for Subjective Experience and Research und darf Studierende auf ihrem Weg in die berufliche Anwendung von Musik in sozialen und therapeutischen Kontexten begleiten.

Das dynamische Gleichgewicht meiner Tätigkeiten wurzelt in ethischen und menschlichen Grundhaltungen sowie künstlerisch-ästhetischen Vorstellungen. In meinem Denken und Handeln verbinden sich Einflüsse aus Humanismus, Tiefenpsychologie, Systemtheorie und ästhetischer Philosophie mit musikalischen und therapeutischen Erfahrungen. Intensives Zuhören sowie die kreative Gestaltung von Dialog und Mitmenschlichkeit betrachte ich als wesentlich in meiner Arbeit.

Forschungsschwerpunkt: In langjähriger wissenschaftlicher Begleitung musiktherapeutischer Praxis konnte ich das Atmosphärenkonzept erarbeiten, in dem Musiktherapie als ästhetische Praxis verstanden wird. Das Konzept wird international in Forschung, Praxis und Lehre aufgegriffen und weiterentwickelt. Stichworte zu meinen Vorschungsinteressen: Therapeutische Atmosphären, Auditive Atmosphären, Soundscape, Ästhetik, Phänomenologie, Demenz, ökologische, ethische und soziologische Aspekte von Therapie.